Home > Allgemein, Panel News > Die Polonaise der Mickeymäuse: Neujahresvorsätze zum Surveytainment

Die Polonaise der Mickeymäuse: Neujahresvorsätze zum Surveytainment

Die ersten Tage eines neuen Jahres gelten meist dem Abschluss des Vorgängerjahrs. Die letzten Daten werden behutsam in die bestehenden Statistiken eingepflegt und man findet nebenbei ein wenig Zeit, sich mit den Zahlen auseinanderzusetzen. Auch ich habe hier ein wenig gestöbert und dabei ist mir im Feedback, das uns die Panelisten zu den Umfragen geben, ein interessanter Effekt aufgefallen.

Die Beurteilung der Länge einer Befragung durch die Befragten korreliert mit der tatsächlichen Länge: je kürzer die Umfrage ist, desto besser das Urteil. Soweit, so unspektakulär. Kontrolliert man diese Korrelation jedoch statistisch auf die Zufriedenheit mit allen anderen Aspekten der Umfrage, so nimmt die Stärke des Zusammenhangs deutlich ab (bleibt aber schwach erhalten). Mit anderen Worten: wenn Inhalt und Bedienbarkeit einer Umfrage positiv erlebt werden, führt eine längere Befragungszeit weniger stark zur Unzufriedenheit.

Dieses Ergebnis passt gut in die aktuelle Diskussion ums Surveytainment – geht es hier nicht stark vereinfacht um die Frage, wie man die Teilnehmer an Umfragen möglichst lange bei Laune halten kann? Wohlgemerkt bezieht sich das vorliegende Ergebnis aber nicht auf Befragungen, die nahe am multimedialen Overkill liegen und vorwiegend aus Flash-Spielchen à la „Karten ins Körbchen“ bestehen, sondern um den breiten Durchschnitt der Befragungen – und dieses Spektrum reicht von recht kurzweiligen Studien bis hin zu langwierigen, redundanten Befragungen. Um den Befragten längere Umfragen zumuten zu können, müssen also nicht unbedingt Mickeymäuse am Bildschirmrand Polonaise tanzen (so ein Verständnis von Surveytainment würde mir nebenbei bemerkt ohnehin eher Angst einflößen), sondern ein verständliches Fragenkonzept und eine einfache Bedienbarkeit der Umfrage haben bereits gute Effekte.

Bleibt die Frage, was man mit dieser Erkenntnis für das noch junge Jahr anfängt? Nun, man kann sich zumindest die implizite Anmahnung der Sorgfaltspflicht bei der Feldarbeit zu Herzen nehmen. Und da man Inhalt und Länge einer Befragung nur selten einer größeren Unterhaltsamkeit preisgeben möchte, muss das Augenmerk umso stärker auf  der einwandfreien Bedienbarkeit liegen. In diesem Sinne: ein gutes und unterhaltsames Jahr 2010!

  1. Bisher keine Kommentare
  1. Bisher keine Trackbacks