Zurück von der Mobile Research Conference 2010

Die letzten beiden Tage habe ich auf der Mobile Research Conference in London verbracht, um herauszufinden, ob wir das Thema mobile Umfragen auch angehen sollten oder ob wir es sogar müssen.

Der Veranstalter der Konferenz ist unsere Lieblings-Umfragesoftware-Schmiede, Globalpark, die diese Veranstaltung nicht ganz ohne Hintergedanken organisieren, da sie in Ihrem Produktportfolio doch seit letztem Jahr auch eine “Mobile Extension” haben, mit der man eben genau solche Umfragen für mobile Endgeräte gut darstellbar macht, und Einladungen per SMS verschicken kann.

Ich habe also auch ein bisschen eine Verkaufveranstaltung erwartet, wurde aber positiv überascht, denn es waren wirklich interessante Vorträge dabei, die mir einen guten Überblick gegeben haben, was zur Zeit geht und was noch nicht geht. Ich werde jetzt nicht den Inhalt aller Vorträge zusammenfassen müssen, denn bei Interesse kann man sich die meisten Präsentationen schon jetzt (einen Tag nach der Konferenz) hier herunterladen.

Auch Zusammenfassungen über die Konferenz wurden fast in Echtzeit veröffentlicht, so dass ich mir dank dieser Bloggerkollegen schon Inspirationen holen konnte.
Einmal als Kurzfassung oder auch mit insgesamt sieben längeren Berichten von surveygeek, der seinem Namen alle Ehre macht. Sogar Audio Mittschnitte und Interviews gibt es.

Ebenfalls in Echtzeit wurde mächtig getwittert. Eine Interaktion des Publikums, an der ich mich das erste mal aktiv beteiligt habe, und ich muss sagen, es hat unheimlich Spass gemacht!
Während der Referent vorne stand, waren viele Zuhörer damit beschäftigt, mit ihrem Mobiltelefon oder Laptop Echtzeit-Feedback über Twitter zu geben, das der Referent sogar vorne an einer Twitterwall sehen konnte. Nachdem dann während eines Vortrages ungefähr 20 Kommentare – sowohl wohlwollende, wie auch kritische – getwittert wurden, meldete sich am Ende kaum einer, wenn es darum ging, eine Frage vor dem Publikum zu stellen. Irgendwie kindisch, aber es ist eben viel einfacher direkt eine Kritik in maximal 140 Zeichen zu twittern, als das am Ende des Vortrages zu formulieren.

Und genau diese Geschwindigkeit, diese ad-hoc Reaktion, ist auch eine Stärke von mobilen Befragungen. Man kann die Befragung am Ort des Erlebens durchführen, direkt im Augenblick einer Emotion. Eine Hürde hierbei ist die Bedienung der kleinen Telefone. Besser als eine offene Frage zu stellen, wo ein Proband eine Antwort auf einem kleinen Bildschirm schreiben muss, oder scrollen muss, um die Antwortmöglichkeiten zu sehen, ist es, direkte Eingabemöglichkeiten bereit zu stellen. Voicerecorder und Fotos sind schöne Beispiele, wie man den Probanden diese Hürde nehmen kann. Allerdings landet die Arbeit dann beim Umfrageinstitut, das die 30.000 Fotos (wie in einer Studie von Mindset Business Planning) oder Tonaufnahmen auswerten muss. Das hört sich irgendwie nach der Auswertungsarbeit qualitativer Forschung mit den Mengen quantitativer Methoden an.

Wenn man sich das sparen will, und den Teilnehmer dazu bringen will, von alleine eine SMS mit einer Gefühlsmitteilung (und das auch noch in codierter Form) zu schreiben, muss man schon 5 Pfund Belohnung zahlen, wie in der Studie von Mesh über Schweppes. Coca-Cola (die Schweppes vetreiben) kann sich’s anscheinend leisten. Die waren auch ganz begeistert von der Studie, bei der die Teilnehmer seitenlange Papierinstruktionen bekamen, um dann spontan im Supermarkt beim Kauf von Schweppes oder beim Fernsehen eine SMS über Ihre Gefühle zu Schweppes zu schreiben. Ahhhh ja, Ähem, das scheint dann wohl doch eher eine Marketing Kampagne unter dem Deckmantel einer Umfrage gewesen zu sein. Wenn man nicht die Kosten einer Marketing-Kampagne von Coca-Cola tragen will, muss man wohl vorerst noch mit ernüchternden Ergebnissen rechnen, wie die durchschnittliche 1%ige Completion Rate bei einer SMS/WAP Befragung der Raiffeisen Bank in Österreich.

Apropos Marketing: Die Präsentation der Mobile Extension von EFS ging irgendwie gründlich in die Hose! Zuerst gab es 5 Minuten lang Probleme ein Macbook an den Beamer anzuschliessen und als es dann zur Live Vorführung auf einem iPhone Simulator kommen sollte, haperte es an der Internetverbindung. Das war allen GP-Mitarbeitern natürlich ziemlich peinlich. Schade eigentlich, denn das Tool funktioniert einwandfrei, wenn man eine Internetverbindung hat. Einzig die Ausrichtung auf das iPhone sollte man sich überlegen, weil der Marktanteil von Nokia und Blackberry viel grösser und wichtiger ist als die 1-3% vom iPhone.
Der Reinfall von der EFS Live Demo kam dem professionellen Vetriebler von datomo gerade recht, der eine astreine und wirklich beeindruckend schnelle und überzeugende Lösung von Umfragen auf einem Blackberry demonstrierte.

Ein Höhepunkt bei den Twitterern war die Präsentation von Tom De Ruyck von InSites Consulting in Belgien. Gezeigt wurde die Konzeption, Durchführung und Ergebnisse der “Ultimate Twitter Study”. Bunt, laut, lustig, auf den Punkt gebracht und gut vorgetragen, Chapeau! Um das Publikum der reaktionssschnellen Twitterer zum Retweeten zu bringen, muss man allerdings nicht so jung und twitterbegeistert sein wie Tom. Auch Liz Nelson, Mitbegründerin von TNS (die 1946 gegründet wurden), hat es auf den Punkt gebracht und wurde vielfach über Twitter zitiert, als es um die Vergleichbarkeit von Ergebnissen mobiler Befragungen und Online Ergebnissen ging: “You can’t guarantee comparability even within a survey. For God’s sake let’s be realistic about it.” Das kann man so stehen lassen.

opinion people – Das neue Gesicht!

Ich erinnere mich noch ganz genau an das erste Brainstorming zum angehenden Relaunch unserer Panel-Website opinion people: “Alles einfacher, alles dynamischer, alles übersichtlicher…”

Von den ersten Ideen bis zur finalen Umsetzung ist jetzt auch endlich der letzte Schritt geschafft: DER RELAUNCH (zunächst in der deutschsprachigen Version)

Das neue Gesicht unseres Marktforschungspanels ist noch hübscher, emotionaler, witziger und strukturierter…

Aber was erzähl ich Ihnen…Überzeugen Sie sich doch einfach selbst!

relaunch_opinion_people

Let’s Do the FAMS – Ausbildung bei ODC Services

Es fühlt sich an als wäre es gestern gewesen, als ich einen Artikel für die „Inside ODC“ geschrieben habe, in dem ich ein tolles erstes halbes Jahr meiner Ausbildung zum Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung (was für ein langes Wort… ich benutze ab sofort nur noch die Abkürzung FAMS) für beendet erklärte.

Am 1. März ist ein weiteres Jahr geschafft und ich fühle mich noch genauso wohl wie damals.

Was muss man in der Ausbildung zum FAMS eigentlich lernen, bzw. wie ist dieser Beruf definiert?

„FAMS sind beteiligt an der Organisation und Durchführung von Marktstudien und Forschungsprojekten der empirischen Sozialforschung. Sie beschaffen Daten, bereiten sie auf, werten sie aus und bereiten Berichte und Präsentationen der Ergebnisse vor.“

(Quelle: Arbeitsagentur)

Klingt tatsächlich nach Marktforschung… :-)

Während meiner bisherigen Ausbildung habe ich also gelernt was es heißt ein Online-Felddienstleister zu sein und welche Stellung ein solches Unternehmen auf dem Markt einnimmt. Von der Rekrutierung und Panelpflege über kundenorientiertes Denken, Machbarkeitskalkulationen und Angebotserstellung bis hin zur Programmierung, Feldarbeit und der Datenaufbereitung, über all diese Dinge habe ich in meiner Zeit bei ODC viel erfahren. Da mir der Umgang mit Zahlen, Statistiken und Kalkulationen aber auch die Kundenorientierung Spaß machen, habe ich hier einen Ausbildungsplatz gefunden der wie geschaffen für mich ist!

Über die Hälfte meiner Ausbildungszeit ist also vorbei (glücklicherweise durfte ich von 3 auf 2½ Jahre verkürzen) und ab jetzt geht es rasend schnell. Am 3. März steht die Zwischenprüfung an und schon im November die noch viel wichtigere Abschlussprüfung, mit der ich dann meine Ausbildung zum Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung offiziell abgeschlossen habe.

Apropos Ausbildung abgeschlossen! Anfang des Jahres hat mir Christoph Irmer mitgeteilt dass ich auch nach meiner Ausbildung einen Platz im ODC-Team einnehmen könnte. Diese Angebot habe ich dankend angenommen und werde mit großer Wahrscheinlichkeit im Sales-Team unterkommen.

Und kaum ist meine Zukunft geklärt, bieten wir auch schon wieder der/dem Nächsten die Chance, den Beruf der/des Fachangestellten zur/zum Markt- und Sozialforscher/in zu erlernen!

ODC bildet auch 2010 wieder aus und die Suche nach meiner Nachfolgerin/meinem Nachfolger ist in vollem Gange.

Eine Ausbildung bei ODC bedeutet Zusammenarbeit mit einem jungen, offenen und freundlichen Team, viel Abwechslung, Mitspracherecht in vielen Bereichen und natürlich auch gelegentliche Matches am Kicker!
Ich weiß, ich würde mich wieder bei ODC bewerben (ob ich wohl wieder unterschreiben dürfte?) und ich freue mich auf ein neues Mitglied im ODC-Team. Mögliche Bewerber/Innen dürfen sich auch gerne persönlich an mich wenden, wenn sie Fragen zum Unternehmen und/oder zur Ausbildung haben! Meine Kontaktdaten findet Ihr hier!

Einen kleinen Einblick in meine tägliche Arbeit bzw. auch Nicht-Arbeit soll diese kleine Fotogallerie liefern:

Was wird 2010 selektiert?

Nachdem Anfang des Jahres die übliche Erneuerung von Auswahlmöglichkeiten in den Profilfragebögen unserer verehrten Panelteilnehmer anstand, haben wir uns gleich Gedanken gemacht, wie man die Profile sinnvoll erweitern oder auch zusammenfassen kann.

Was ist bei einer Erhebung von Selektionskriterien für unsere Kunden zu beachten?

Zunächst sind alle Auswahlmöglichkeiten mit Jahreszahlen um die Auswahlmöglichkeit “2010″ zu erweitern. Gut, klar.
Weiterhin haben wir uns entschlossen, die bisher 11 Profile für unsere Panelteilnehmer auf zukünftig 6 zu reduzieren.

Die Bereiche “Internet& Technologie” und “Medien” werden zusammengefasst, genauso wie “Interessen&Hobbies”, “Sportfan” und “Reisen” zu einem neuen Profil wird.
Die gesamte Zusammenfassung sehen Sie in folgender Abbildung:

Außerdem ist natürlich wichtig, welche neuen Variablen für unsere Auftraggeber interessant sein könnten.

Im Bereich der Kaufintention oder dem Besitz elektrischer Geräte sind HD Fernseher, Tablet-PCs und Smartphones in und besonders gefragt.
Internetprovider fragen wir seit einem halben Jahr auch wieder ab. Hier sind besonders die UMTS Verträge interessant (Nach der Nutzung fragen wir extra).

Bei der Auswahl des Berufs gehen wir nach der International Standard Industrial Classification (ISIC). Weil hier aber sehr viele Dienstleistungen zusammengefasst sind und die Unterkategorien des “produzierenden Gewerbes” nochmal gesondert abgefragt wurden, haben wir die Liste um einige Auswahlelemente erweitert, so dass nun jeder bei der Branchenauswahl eine geeignete Antwort finden sollte.

Das Thema “grüne Energie” haben wir als eines der ersten Online-Panels aufgegriffen und fragen nach Verwendung oder Intention der zukünftigen Verwendung verschiedener alternativer Energien.

Statt einzelner Fernsehsender werden beim Pay-TV Abo gefragt, welche Pakete man den abonniert hat (Sport, Spielfilm, Kinder, …).


Und schliesslich geht es auch ums Ausmisten von Variablenausprägungen, die einfach zu wenig genannt werden oder die noch nie angefragt wurden.
Hier sind z.B. einige seltene Krankheiten, Banken (ja, auch im Rahmen der Finanzkrise verändern sich Variablen), alte Automodelle,

Die Auflistung von TV Sendern, die man “zumindest gelegentlich” mal anschaut, haben wir auch weggelassen, weil wir den Panelisten keine Liste mit 50 Fernsehsendern zumuten wollen, von denen jeder seine 10 Favoriten raussucht.

Anregungen und Kritik von Kundenseite sind übrigens sehr willkommen. Schliesslich erheben wir diese Daten doch für Sie!

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Save The Dates – Here’s where you can meet ODC Services in the first half of 2010!

March, 5th: Panel Research revisited – AIMRI Meeting, Rome: Our international Sales Manager and native Italian, Silvia Fracchia, flys to Rome to attend this years AIMRI Meeting on Panel Research.


March, 8th-9th: Mobile Research Conference, London: Our dear colleague and Director of Panel Management Christoph Bender joins this years Mobile Research Conference in London to learn and share insights and latest developments in Mobile Research!


May, 26th-28th: GOR Conference 2010, Pforzheim: Steffi Preiß, Florian Tress and Christoph Irmer will have a nice car-ride to Pforzheim in May to attend this years GOR conference. Next to a lot of interest in exchaning views and thoughts on Online Research, they will bring 2 speeches:

Are well-selected panelists better respondents? Insights into the effect of a master screener on panel performance and data quality
Thursday, May 27th, 12pm

Is the Crowd wise enough to predict the Election Results for the German “Bundestag”? – Friday, May 28th, 2.15pm – together with Thomas Donath, Managing Director of Nordlight Research.


June, 16th-17th: BVM Kongress, Bonn: We’ve still not decided who will attend this year’s BVM-Congress in Bonn but one thing’s for sure: We will definitely be there! Stay tuned for further news ;-)

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Jetzt wird gedrängt! Scrum bei ODC

Unser Panel-Management-Team macht es ja schon seit Längerem – und das mit Eifer und Erfolg. Mittlerweile SCRUMMEN wir alle…

Was für einige anfangs nach einem etwas theoretischen und ungewöhnlichem Vorschlag unseres Teamleiters Panel-Management klang, hat sich bei ODC Services mittlerweile zu einem  festen Bestandteil des Unternehmens-Alltags entwickelt.

Das aus der IT stammende Vorgehensmodell SCRUM wurde erstmals im Zuge der Software-Entwicklung eingesetzt. Uns bei ODC hilft SCRUM mittlerweile wichtige Aufgaben außerhalb des Tagesgeschäfts nicht hinten anzustellen, sondern nach und nach abzuarbeiten.

Jeden Montag nach dem Mittag treffen sich alle 15 ODCler im Konferenzraum, um die erledigten Aufgaben (sog. Scrum-Tasks) abzuhaken, Neue mit in die Liste aufzunehmen und neue Teams zu bilden, die sich für eine Woche (sog. Sprint)  um jeweils 1-2 Aufgaben kümmern.

Zu Tasks können alle möglichen Aufgaben gemacht werden. So wurde zum Beispiel die Entscheidung für ein neues Panelland getroffen, dadurch wird es ODC bald bei Facebook geben und ein Scrum-Team wird demnächst ein Testwebinar durchführen, was wir möglicherweise in Zukunft unseren Kunden anbieten. Wichtig ist dabei, dass in jeder Gruppe jeweils mindestens ein Mitglied aus jeder Abteilung (Sales, Projekt-Management und Panel-Management) mitwirkt, sodass die Bedürfnisse und Ansichten jedes Teams berücksichtigt werden.

Es mag nicht immer ganz einfach sein, die Aufgaben zeitlich unterzubringen, aber man sieht nach jeder Woche, dass etwas vorangegangen ist und wir uns enorm weiter entwickeln. Außerdem ist es gut für die Teambildung auch mal mit Kollegen aus anderen Abteilungen zu arbeiten.

Die Polonaise der Mickeymäuse: Neujahresvorsätze zum Surveytainment

Die ersten Tage eines neuen Jahres gelten meist dem Abschluss des Vorgängerjahrs. Die letzten Daten werden behutsam in die bestehenden Statistiken eingepflegt und man findet nebenbei ein wenig Zeit, sich mit den Zahlen auseinanderzusetzen. Auch ich habe hier ein wenig gestöbert und dabei ist mir im Feedback, das uns die Panelisten zu den Umfragen geben, ein interessanter Effekt aufgefallen.

Die Beurteilung der Länge einer Befragung durch die Befragten korreliert mit der tatsächlichen Länge: je kürzer die Umfrage ist, desto besser das Urteil. Soweit, so unspektakulär. Kontrolliert man diese Korrelation jedoch statistisch auf die Zufriedenheit mit allen anderen Aspekten der Umfrage, so nimmt die Stärke des Zusammenhangs deutlich ab (bleibt aber schwach erhalten). Mit anderen Worten: wenn Inhalt und Bedienbarkeit einer Umfrage positiv erlebt werden, führt eine längere Befragungszeit weniger stark zur Unzufriedenheit.

Dieses Ergebnis passt gut in die aktuelle Diskussion ums Surveytainment – geht es hier nicht stark vereinfacht um die Frage, wie man die Teilnehmer an Umfragen möglichst lange bei Laune halten kann? Wohlgemerkt bezieht sich das vorliegende Ergebnis aber nicht auf Befragungen, die nahe am multimedialen Overkill liegen und vorwiegend aus Flash-Spielchen à la „Karten ins Körbchen“ bestehen, sondern um den breiten Durchschnitt der Befragungen – und dieses Spektrum reicht von recht kurzweiligen Studien bis hin zu langwierigen, redundanten Befragungen. Um den Befragten längere Umfragen zumuten zu können, müssen also nicht unbedingt Mickeymäuse am Bildschirmrand Polonaise tanzen (so ein Verständnis von Surveytainment würde mir nebenbei bemerkt ohnehin eher Angst einflößen), sondern ein verständliches Fragenkonzept und eine einfache Bedienbarkeit der Umfrage haben bereits gute Effekte.

Bleibt die Frage, was man mit dieser Erkenntnis für das noch junge Jahr anfängt? Nun, man kann sich zumindest die implizite Anmahnung der Sorgfaltspflicht bei der Feldarbeit zu Herzen nehmen. Und da man Inhalt und Länge einer Befragung nur selten einer größeren Unterhaltsamkeit preisgeben möchte, muss das Augenmerk umso stärker auf  der einwandfreien Bedienbarkeit liegen. In diesem Sinne: ein gutes und unterhaltsames Jahr 2010!

Von Betriebssystemen, Webapplikationen und Browsernutzung

Die ruhige Zeit zwischen den Jahren lässt sich gut dazu verwenden, ein paar technische Neuerungen durchzuführen, um mit mehr Schwung in’s neue Jahr zu starten.

Intern ist es einfacher, mal den Server aufzuräumen und neuzustarten, wenn nicht so viele Kollegen gerade darauf zugreifen. So lässt sich schon mal eine kompatible Umgebung für Windows 7 Clients erschaffen. Eine schnelle Verbreitung wird ja schon prognostiziert und wir haben auch schon ein Windows 7 Testsystem laufen:

Eine Studie des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens IDC rechnet mit einer schnellen Verbreitung von Windows 7 bei Firmen. Laut der Prognose wird innerhalb eines Jahres nach der Markteinführung im Oktober 2009 auf 49,5 Prozent aller Firmen-PCs das neue Betriebssystem laufen.

Der Anteil von Windows 7 auf ausgelieferten Firmen-PCs soll sich 2011 auf 75 Prozent erhöhen, während Windows Vista 2010 auf 15 Prozent abfällt und 2011 nur noch bei 0,5 Prozent liegt. 2012 soll der Anteil von Windows 7 bei 90 Prozent liegen, 2013 bei 95 Prozent.



Und auch bei den gehosteten Webapplikationen hat sich etwas getan. Wer unseren Blog früher schon mal besucht hat, wird feststellen, dass er nun schneller geworden ist.
Hier möchte ich mich beim Blogger-Kollegen Schnurpsel bedanken, der mich durch seinen Artikel SpeedPlus – Strato macht PHP-Anwendungen schneller auf den richtigen Weg gebracht hat. Die Umstellung bei unserem Webhoster Strato hat nun auch relativ schnell und kostenlos (!) geklappt.
Auffällig war, dass ich auf meine Anfrage und Nachfragen über das Prozedere insgesamt 6 Antwortmails von verschiedenen Strato-Support Mitarbeitern erhalten habe, die alle überaus freundlich waren und immer auf den Onlinefragebogen zur Bewertung der Supportleistung hingewiesen haben. Durch diese Rating-Systeme scheint sich die Support Qualität wirklich verbessert zu haben. Ich kann mich an Zeiten erinnern, wo man nur mit Glück mal eine kompetente Antwort erhalten hat.


Weiterhin bastele ich gerade an dem Relaunch unserer Online Panelseite www.opinion-people.com herum muss mich mit den Problemen eines jeden Webdesigners rumschlagen, der eine möglichst grosse Masse an Menschen mit seiner Seite erreichen will: Browserkompatibilitäten.

Ständiges Validieren nach W3C Standards reicht nicht aus, man muss immer noch ein paar Extra Tricks und Hacks für die Kandidaten Internet Explorer 6,7 und 8 einbauen, die sowohl zu den Regeln des W3C, wie auch untereinander immer wieder erstaunliche Inkompatibilitäten aufweisen.
Eine Meldung auf heise.de von letzter Woche hat mir jedoch Hoffnung gemacht, dass wir auf dem Weg der Besserung sind, da Firefox 3.5 den Internet-Explorer 7.0 nun auch weltweit überholt hat. Leider machen aber immer noch die 5%, die den Internet Explorer 6 benutzen, die meiste Arbeit.
Als Webentwickler würde ich diese Gruppe vernachlässigen und sagen: “Selbst Schuld! Holt auch einen aktuellen Browser”, aber als Marktforscher kann man eben keine Zielgruppe vernachlässigen. Also heisst es weiter: “Testen, testen, testen…”

Ich wünsche schon mal einen guten Rutsch ins neue Jahr (und vielleicht ein Browser-Update).

Quo Vadis Online Panels (III)

16. Dezember 2009 Christoph Irmer Keine Kommentare

Ein freundliches Hallo zum dritten und letzten Teil meines Blogs, mit dem ich meine ganz persönliche Einschätzung zur aktuellen Lage von Online Access Panels zum Besten gebe.

Hier findet der geneigte Leser übrigens zu den ersten beiden Artikeln: Teil 1; Teil 2

Zum Ende des Vorgänger-Blogs hatte ich ja versprochen, das meines Erachtens grundlegende Problem von Online Access Panels angehen zu wollen:

“… [] Ein grundlegendes Problem von Online-Panels ist damit noch nicht behoben: Wir entnerven und enttäuschen Probanden immer noch zu häufig durch umfangreiche Zielgruppenscreenings und zu viele Einladungen auf Befragungen, an welchen der Proband meist nicht teilnehmen darf (siehe Teil 1 dieses Blogs), weil Quoten bereits voll sind oder der Proband nicht in die gesuchte Zielgruppe passt.

Hier denke ich, das Panel-Betreiber ansetzen müssen, wenn sie die Teilnahmebereitschaft und damit ihre eigentliche Geschäftsgrundlage langrfristig erhalten wollen. Bei ODC Services beschäftigen wir uns derzeit sehr intensiv mit diesem Thema und ich möchte darauf im dritten und abschließenden Teil dieses Blogs eingehen. “

Und bitte schön, hier kommt unser Vorschlag:

Wie würde es denn aussehen, wenn wir das Panelmanagement sowie die Durchführung von Online-Umfragen in Online-Panels nicht mehr projektbezogen, sondern panelbezogen angehen? Was meine ich damit?

Bisher gehen Online-Panels i.d.R. so vor, daß sie projektbezogen Gruppen aus dem Online-Panel vorselektieren und einladen. Wie in Teil 1 dieses Beitrags bereits erwähnt, führt dies zu extrem hohen Screenoutraten und in der Konsequenz logischerweise zu viel Frustration beim Probanden.

Hier müssen wir ansetzen und aus Qualitäts- und Quantitätsgründen die Beendigungswahrscheinlichkeit in Online-Umfragen deutlich erhöhen! Klar: Kunden haben meist sehr genau Vorstellungen, wie Ihre Zielgruppe auszusehen hat und häufig sind diese sehr eng gefasst. Dies natürlich auch häufig zurecht und so wird es sich dauerhaft nicht vermeiden lassen, sprichtwörtlich nach der Nadel im Heuhaufen zu suchen. Die Frage, die ich mir hierbei aber stelle: “Muß das auf Projektebene stattfinden?”

Wie wär’s denn damit:

Die Zielgruppensuche findet – statt projektbezogen – ständig und fortlaufend in einer dynamischen Masterumfrage statt. Diese wird (für jedes Panelland) durchgeführt und ständig durch das Hinzufügen und Herausnehmen von Screeningfragen an die jeweils laufenden Projekte angepasst. Teilnehmer des Online-Panels werden nun fortlaufend befragt und die Probanden anhand Ihrer Ergebnisse in entsprechende Gruppen gespielt, je nachdem für welche(s) Projekt(e) sie sich qualifiziert haben.

Somit habe ich – zumindest theoretisch – die Zielgruppen für einzelne Projekte vorgescreent und kann nun tatsächlich Probanden auf Umfragen einladen, die sie mit sehr, sehr hoher Wahrscheinlichkeit beenden können.

Der Ablauf im Detail ist wie hier aufgezeigt:

Modell Masterscreener

Die Vorteile (bzw. korrekterweise angenommenen Vorteile):

  • schon durch seine Teilnahme an der Mastersurvey nimmt der Proband an einer (incentivierten) Umfrage teil ohne ausgescreent zu werden
  • die Einladung für weitere Projekte erfolgt anhand der Antworten aus der Mastersurvey – somit wird im Grunde nur noch eingeladen, wer in die entsprechende Zielgruppe passt
  • das Frustrationslevel der Teilnehmer nimmt ab, da das frustrierende “Sie gehören diesmal leider nicht zur Zielgruppe” weitestgehend entfällt
  • den Panelisten wird dauerhaft der Grund genommen, sich durch antrainiertes, geändertes Antwortverhalten für Umfragen zu qualifizieren – wenn er eine Einladung zu einer Umfrage erhält, darf er im Normalfall auch tatsächlich an dieser Umfrage teilnehmen!
  • auf lange Sicht sollte dies zu verbesserter Datenqualität führen
  • die Panelmortalität wird gesenkt

Natürlich gibt es aber auch hier einige Knackpunkte, die noch weitergehend überprüft und ggf. “nachbearbeitet” werden müssen:

  • Wie funktioniert eine Aneinanderreihung von Screeningfragen aus unterschiedlichen Studien in einer solchen Master-Survey?
  • Wie reagieren Kunden auf dieses Vorgehen?
  • Nach welchen Kriterien priorisiere ich die parallel laufenden Projekte, wenn Panelisten in mehrere Zielgruppen passen, sich also für mehrere Projekte qualifizieren?
  • Wie gehe ich mit der Master-Survey bei zeitkritischen Projekten um?
  • Wie häufig müssen Panelisten künftig auf die Mastersurvey eingeladen werden?

Wir führen derzeit in unserem deutschen Panel seit Anfang Dezember einen Test durch und machen hier bisher sehr positive Erfahrungen:

  • Die erzielten Inzidenzraten in der Mastersurvey haben sich bisher sehr gut mit den angegebenen Erfahrungswerten unserer Kunden gedeckt, so daß davon auszugehen ist, daß es hier keine Verzerrungen durch Falschantworten gibt
  • Bis auf ein paar wenige Ausnahmen (abweichend von Studie zu Studie) sind die Probanden auch in Ihren Antworten bei Mastersurvey und in den tatsächlichen Kundenumfragen konsistent.
  • Die Beendigungswahrscheinlichkeit konnte bei den involvierten Studien signifikant erhöht werden, woraus wir uns mittel- bis langfristig eine deutlich verbesserte Teilnahmebereitschaft erhoffen.

Die Ergebnisse dieser Studie werden wir übrigens Anfang des Jahres gerne publizieren (Art, Ort und Medium werden noch bekanntgegeben ;-) ).Nun gilt es, die ersten Erfahrungen auszubauen, dieses Vorgehen im Panel zu etablieren und unsere Kunden hiervon zu überzeugen.

Ich bin überzeugt davon, daß wir die Teilnahmebereitschaft an Online-Umfragen und damit die Erhebung valider und ehrlicher Daten nur dann dauerhaft sicherstellen können, wenn wir das “Erlebnis Online-Umfragen” für den Probanden wieder deutlich weniger frustrierend und nutzerfreundlicher gestalten! Dieses Vorscreener über eine Masterumfrage ist m.E. ein vielversprechender Weg und ich halte Interessenten natürlich gerne über die Entwicklung auf dem Laufenden.

In diesem Sinne freue ich mich auf eine angeregte Diskussion (per Twitter, über die Kommentarfunktion, per Email, persönlich, … )

Mehr Sexappeal für Online-Umfragen

7. Dezember 2009 Steffi Hahn Keine Kommentare

Wie in vorherigen Blog-Einträgen bereits angedeutet, beschäftigen wir uns momentan verstärkt damit, wie es gelingen kann die Qualität der in Online Panels durchgeführten Umfragen zu verbessern und diese für den einzelnen Teilnehmer spannender zu gestalten.

Denn jeder, der bereits einmal an einer Online-Umfrage teilgenommen hat, wird festgestellt haben, dass diese in den seltensten Fällen spannend gestaltet sind. Vielmehr zeichnen sich die derzeit online durchgeführten Umfragen oftmals durch z.B. eine Abfolge von Matrixfragen aus und wirken entsprechend monoton und langweilig. Um dem entgegen zu wirken, haben wir bei ODC Services verschiedene neue Fragetypen entwickelt, die auf die Interaktivität mit den Usern abzielen.

Um beim Beispiel der Matrixfragen zu bleiben, haben wir als neues Tool unsere sogenannte Flash-Skalenklick-Matrix entwickelt, bei der die Matrixattribute dem User nacheinander präsentiert werden. Sobald die Bewertung durch Klicken auf die Skala erfolgt ist, verschwindet das aktuelle Attribut und das nächste rückt zur Bewertung in den Vordergrund. Wie genau dieser Fragetyp und die vielen neuen anderen Features funktionieren, können Sie sich in der nachfolgenden Musterpräsentation ansehen.

Viel Spaß!